Heldenupdate

In einer Woche ist es soweit, unser Held muss für lange zeit in die Klinik. Die Hochdosierten Chemozwerge sollen einen großen Teil der Krabbe Kunibert bekämpfen. Um nach diesem Kamp wieder zu Kräften zu kommen, bekommt der Held seine eigenen Heldenzellen transplantiert bekommen.

Diese wurden bereits 2012 entnommen, da ein Teil im gleichen Jahr benötigt wurde. Der Rest der der tollen Zellen durfte sich nun lange in der Kälte ausruhen um nun der Kranbe erneut den Mittelfinger zu zeigen. F**k Of Kunibert.P1000093

Läuft alles nach Plan, bleibt der Held von starken Nebenwirkungen und Komplikationen verschont, soll im Juni/Juli die allogene Transplantation folgen. Die Fremden Spender Heldenzellen müssen nur noch den weg zu uns finden.

Aber jetzt ist noch eine Woche Zeit. 7 Tage können sehr, sehr lang sein. Der Held bekommt es langsam mit der Angst zu tun. Besonders wenn er an den ZVK denkt, das ist der Zentrale Venen Katheter, der seitlich am Hals gelegt wird. Darünber gelangen die Chemozwerge und allerlei andere Medikamente in den Körper des Helden.

Auch erinnert der Held sich wieder häufiger an einen Vorfall während der ersten Transplantation. Während die Krankenschwester im Zimmer gewesen ist, klagte der Held über ein Stechen in der Brust. Die Schwester löste Alarm aus und binnen noch nicht mal einer Minute versammelten sich ca. 10 Ärzte um den Helden. Den Defibrillator haben sie auch gleich mitgebracht. Gebraucht habenm sie ihn Gott sei Dank nicht.

körperlich geht es dem Helden den Umständen entsprechend gut. Der Geschmackssinn kommt langsam zurück, wird durch die Hochdosischemo allerdings wieder verschwinden. Kribbeln und sensorische Probleme in Händen und Füßen sind noch da, aber nicht schlimmer geworden. Heute klagte der Held über weiche Knie. In Summe hat seine Grunkondition deutlich nachgelassen, er ist weniger belastbar und schnell erschöpft.

Er hat immer noch kein Fieber unter der Chemotherapeutische Behandlung erlitten, auch keine schwerwiegenden Infekte. Das sah beim ersten Mal ganz anders aus. Wir haben wirklich Glück gehabt.

Die Stimmung zu Hause ist angespannt, die Kinder bemerken dass sich bald etwas ändern wird, obwohl wir ihnen bisher nicht gesagt haben, dass der Held bald lange Zeit nicht bei uns sein wird.

Wir werden nach dem Wochenende mit Ihnen sprechen.

Trotzdem gibt es viele Momente, in denen bei uns herzhaft gelacht wird. Vor allem die Kinder; sie tanzen, toben, singen, kreischen und Lachen. Das ist sehr, sehr ansteckend.P1030051

Ich plane derweil unseren Alltag für die nächsten Wochen. Zum einen Ostern und den Geburtstag der Einhornbändigerin. Zum Anderen auch belanglose Dinge wie Einkäufe, putzen und ähnliches. Denn auch dafür brauchen wir Zeitfenster. wenn ich den Held besuchen möchte, müssen die Kinder betreut sein. Ich überlege auch welche finanziellen Belastungen binnen der nächsten 1-2 Monate auf uns zu kommen. Unsere Waschmaschiene ist so gut wie funktionsunfähig, das große Kind ist scheinbar über Nacht aus all ihren schuhen rausgewachsen. ihr kennt das, solche Dinge geschehen in Momenten, wenn man sie so gar nicht gebrauchen kann.

Der Held bleibt tapfer und spricht selten über Ängste. Dennoch ist deutlich zu merkem, dass diese Gefühle da sind. Er ist unruhiger als sonst.

Während der Held sich während der Zeit in der Klinik nur auf Krabbe Kunibert konzentrieren soll und muss, rocken wir andren Drei unseren Alltag.

Der Frühling kommt in großen Schritten, Die Bäume werden bald wieder grün sein. Der Grill in unserem Garten wartet schon. Der kleine Bruder will Fahrradfahren lernen. Sonne hilft heilen, besonders der Seele. Uns Dreien wird es gut gehen, dem helden wird es besser gehen.

Der Held schafft das, Wir schaffen das. Es ist ein großer Schritt in eine wichtige Richtung.

#OhnePapaGehtEsNichtP1030068