Das echte Leben

Im echten Leben bin ich Ines, Mama von zwei Kindern und stolze Besitzerin von Zwei Hunden. Ich arbeite als Integrationserzieherin, nähe Klamotten lieber als dass ich sie Kaufe und mag es Leute in Straßencafés zu beobachten.

In meinem echten Leben habe ich über ein Drittes Kind nachgedacht und auch darüber die Doppelhaushälfte in der wir wohnen zu kaufen.

In meinem echten Leben bin ich unendlich chaotisch und desorganisiert, verlege ständig mein Handy oder meine Schlüssel. Ich weiß aber auch, dass ich mir keine Sorgen machen muss, denn Simon wird alles wiederfinden.

In meinem echten Leben habe ich Angst vor Gewittern, ich hasse fliegende Insekten und die Waschmaschiene.

In meinem echten Leben bin ich hin und wieder genervt vom Schnarchen des Helden, ich ärgere mich über zich Kassenzettel, die von ihm im Schrank liegen genau so sehr wie über manche Streitgespräche.

In meinem echten Leben habe ich von unserem Sommerurlaub geträumt und mich gefreut, dass wir endlich genug Geld zusammen haben.

In meinem echten Leben liebe ich Schokolade, unser Held meinte Mal, dass ich ihm früher von meinem Schokikonsum hätte erzählen müssen, dann hätten wir das in unser Haushaltsbuged mit eingerechnet.

Am Liebsten würde ich alles klein schreiben.

In meinem echten Leben versuche ich Telefonate mit öffentlichen Stellen zu meiden.

In meinem echten Leben mache ich alles auf dem letzten Drücker, meine Facharbeit zum Beispiel. Ich führe keinen Terminkalender, weil ich das anstrengend finde.boards-2040575_1280

Nun ist es aber so, dass mein Leben mir manchmal sehr surreal vor kommt. Zum Einen liegt es an Krabbe Kunibert und der Tatsache, dass dieses Krabbeltier überhaupt bei uns zu Gast ist.

Im echten Leben versuche ich Telefonate mit öffentlichen Stellen zu meiden.

Zum Anderen aber auch, weil ich Dinge so ganz anders organisiere als im echten Leben. Und das unfassbare; es funktioniert.

Krabbe Kunibert wusselt in unserem Leben, Niemand hat sich das ausgesucht. Unsere Kinderplanung ist abgeschloßen, unsere Hunde werden möglicherweise vorrübergehend ausziehen müssen.

Mein Handy suche ich immer noch ständig, dafür kann ich aber inzwischen meine Nummer auswendig, weil ich mich bestimmt 5 Mal täglich mit unserem Haustelefon selbst anrufe, um es wieder zu finden. Desorganisiert bin ich ebenfalls weiterhin, allerdings wird es besser. Ich führe einen Terminkalender, denn gerade in der aktuellen Planung verliere ich sonst den Überblick.

Integrationserzieherin bin ich selbstverständlich auch noch. Aber dann ist da im Moment noch Job Zwei; Initiatorin der DKMS Registrierungsaktion. Mein Tagesplan ist dadurch noch mehr durchgeplant als sonst. Meine Abende verbringe ich mit dem Beantworten von Mails. Während meiner Arbeitszeit telefoniere ich häufiger als mir lieb ist. Ich versuche zwischen Arbeit-Kinder-Zuhause-Simon Termine zu legen, die ich warnehmen sollte.

Angst vor Gewitter…Letztens gab es eins, ich hab mich auf die Terasse gestellt und den Blitzen zugesehen. Es war großartig.

Fliegende Insekten sind oll, allerdings kann nur ich sie aus den Kinderzimmern vertreiben, damit die Einhornbändigerin schlafen kann.

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Ich bin nicht genervt vom schnarchen des Helden, wie auch? Die Kassenzettel liegen immer noch im Schrank. Immer wenn ich sie sehe, sehe ich einen Teil von unserem Helden. Warum auch immer er die da sammelt, er hat sie dort abgelegt, er hatte jeden Einzelnen Zettel in der Hand. Also bleiben Sie wo sie sind.

Über unseren Sommerurlaub denke ich nicht mehr nach. Zum einen dient das ersparte nun unserem Gehaltsausfall und zum Anderen haben wir im Sommer nun andere Pläne. Kunibert muss weg!

Vielleicht fahre ich mit den Kindern für ein paar Tage zu meinen Eltern an die Ostsee, da ist es auch schön.

Vor Allem aber…ich telefoniere, bestimmt drei Stunden täglich. Wenn ich daran denke, was für ein Durcheinander die Suche nach dem Ort für die Aktion gewesen ist. Wie oft ich mit dem Bezirksamt gesprochen habe, unglaublich.

Über meinen Schokoladenkonsum möchte ich nicht reden, nur soviel: Falls ihr zu viel zuhause habt, nur her damit 🙂

Ich schreie immer noch gerne alles klein, von diversen Tippfehlern rede ich erst gar nicht. (übrigens find ich es wirklich bewundernswert, dass mich noch Niemand von Euch darauf angesprochen hat)

Vor Allem die Zeit der Hochdosischemo und der Planung der Aktion zerren sehr an mir. Auf der anderen Seite jammere ich auf hohen Niveau, denn ich bin zu Hause, mir geht es gut und ich kann in meinem Bett schlafen. Der Held kann das nicht von sich behaupten.IMG-20170328-WA0003

Außerdem weiß ich, dass die Zeit der Planung nur vorrübergehend ist und ich weiß auch, dass wir durch diese Aktion unserem Wunsch ein wenig näher kommen. Mehr Zeit.

Ich kann nicht viel tun, aber das kann und werde ich tun. Mir tut es gut, das Gefühl zu haben, etwas machen zu können, nicht nur tatenlos neben unserem Helden zu sitzen und zu Hoffen dass alles gut wird. Ich möchte etwas, also hol ich es mir.

Ich wachse, wir wachsen.

Die Unterstützung, die uns erreicht überwältigt mich. Manchmal fällt es mir sehr schwer darauf zu reagieren, weil es einfach so surreal ist.

Unser Leben ist das Gleiche geblieben, nur die Prioritäten haben sich verschoben. Auch haben wir gelernt, dass wir zu deutlich mehr in der Lage sind, als wir uns es je vorgestellt haben.

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6 Gedanken zu „Das echte Leben

  1. Hallo Ines,
    du bist unglaublich stark in deiner jetzigen Situation. Das ist bewundernswert. Das echte Leben wird irgendwann zurück kommen. Gebt die Hoffnung nicht auf auch dann wird es aber nicht mehr so sein wie früher. Man wächst schließlich mit seinen Aufgaben.
    Und ja Rechtschreibfehler sind mir reichlich aufgefallen, aber ich behalte sie einfach. Die brauchst du nicht zurück😂 und wenn ich dran denke (ich bin annähernd so verplant wie du) bring ich dir Schokolade mit.
    Ich werde alles teilen was mir in die Finger kommt und auch der 23.4. steht schon im Kalender.
    Bleib weiterhin so stark wie du kannst und Schokolade kann so einiges. ..

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