Das was bleibt

Das was bleibt sind Dinge, die wir nicht anfassen können. Aber wir können sie riechen, schmecken und manchmal auch fühlen. Diese Dinge können uns gut fühlen lassen, sie können wie eine Art Strickleiter sein, sie können uns wehmütig werden lassen aber auch traurig stimmen.

Diese Dinge sind ganz und gar subjektiv, Jeder von uns nimmt sie anders wahr. Trotzdem hat Jeder diese Dinge, manche mehr, manche weniger.

Ich wünsche mir noch so viele mehr von diesen Dingen, denn sie sind das, was ich als Reichtum bezeichne. Sie machen mich reich, sie machen aus mir dass was ich bin. Je mehr dieser Dinge ich besitze, desto reicher werde ich. Und mit jedem weiteren dieser Dinge verändere ich mich.

Erinnerungen sind das was bleibt, auch wenn alles andere verschwindet. P1030392

Ich erinnere mich noch immer an den Geruch, der Heldenkinder in der ersten Babymonaten. Das macht mich sehnsüchtig. Ich erinnere mich an die vielen Steine und das picksen an den Füßen am Strand in Eastbourne/England. Dorthin habe ich mit 13 meine erste Sprachreise gemacht und ich war soooo „erwachsen“ weil meine Eltern nicht dabei gewesen sind. Ich rieche noch immer die salzige Luft und spüre den Wind im Gesicht. Ich erinnere mich an viele Abende in Karaokebars. Ich erinnere mich an die Freunde, die gewesen sind. Ich erinnere mich an das erste Date mit meinem Helden, an seine Verspätung, an unsere Gespräche und den strömenden Regen, der uns nicht davon abgehalten hatte im Park spazieren und schaukeln zu gehen. Ich erinnere mich an jeden Retgentropfen, der in meinem Gesicht hinunter gelaufen ist. Ich erinnere mich daran, wie er gerochen hat und hin und wieder leicht nervös vor sich hin brubbelte.

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Ich erinnere mich aber auch an Verluste. Wenn ich daran denke. spüre ich die Angst und Verzweiflung noch heute. Ich erinnere mich an den ersten Krampfanfall den die Einhornbändigerin mit 14 Monaten hatte. Ich spüre noch Heute die Angst, sie sterben zu sehen. Ich höre noch immer die Sirene des Rettungswagens, wenn das inzwischen große Mädchen ihr Gesicht verzieht. Ich erinnere mich auch an die zich Anfälle, die folgten. Ich erinnere mich an Zeiten, in den Menschen nicht besonders nett zu mir waren. Jedes mal wenn ich ein estimmtes Parfüm rieche, sehe ich das Gesicht vor mir. Ich erinnere mich an Existensängste und sehe den leeren Kühlschrank, wenn ich Berichte über Armut lese. Ich erinnere mich an den Tag der Diagnose des Helden. Ich weiß noch ganz genau, wie es mir den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich erinnere mich jedes mal daran, wenn ich Desinfektionsmittel rieche oder die Mundschutzpackung im Badezimmerschrank sehe.

Erinnerungen können zauberhaft sein, sie können beängstigen und grausam erscheinen. Aber Jede Erinnerung verändert. Und Solange nach jeder nicht so schönen Erinnerung wieder eine schön folgt bin ich dankbar.20150503_161439

Meine Erinnerungen zeigen mir, dass es sich immer gelohnt hat weiter zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Erinnerungen stärken, unabhängig davon, wie diese aussehen. Erinnerungen machen lebendig, wenn man nicht mit ihnen verknotet bleibt.

Auch vorerst unschöne Dinge bringen mich zum eil jetzt, viele Jahre später zum lächeln. Denn ich weiß, dass ich sie durch positive Dinge ausgleichen konnte.

Wir wollen noch ganz viele Erinnerungen schaffen, denn sie machen lebendig. Wir wollen leben, solange es geht. Wir wollen uns erinnern und Dinge schaffen, die uns stärken.

Das was bleibt sind die Erinnerungen also sammelt so viele wie es geht. Lebt jeden Moment, nehmt eure Umwelt war und seht nichts als selbstverständlich an, auch wenn es nur ein Moment Abends auf dem Sofa mit den Lieblingsmenschen ist. prägt Euch die Stimmung ein, die Gerüche in der Luft, jede Berührung wenn ein Haar euer Gesicht streichelt. An einer anderen Stelle können Euch diese Erinnerungen helfen weniger schöne Zeiten durch zu stehen.

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem wir Menschen nicht vertrieben werden können“ (Jean Paul)P1110320