Gastbeitrag von Bea; die Spuren von Kunibert

Ihr Lieben, heute richtet Bea, eine inzwischen ganz gute Freundin von uns einige Worte an Euch. Ehrlichgesagt weiß ich noch nicht so recht, wie ich das alles finden soll. und ich bin mir auch unsicher, ob das alles so gut und richtig ist.

Wir bitten ungern um etwas, öffentlich schon gar nicht. Wir starteten die Ebay Aktion zu Gunsten der DKMS und sammelten auch anderweitig Spenden dafür. Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen, damit es anderen Familien besser ergeht als uns. Wir wollten nie für uns sammeln oder gar Profit aus unserer Situation schlagen. Hilfe annehmen gehört zweifelsfrei nicht zu unserer Stärke, finanzielle Hilfe annehmen erst recht nicht. Dieser Blogpost von Bea steht schon eine Weile in der Warteschlange, da ich mich nicht überwinden konnte ihn zu veröffentlichen. Falls sich nun Jemand vor den Kopf gestoßen fühlt, dann tut es mir Leid… Auf negative Kommentare bin ich vorbereitet.Wir wissen, dass es vielen Familien schlechter geht als uns und dennoch befinden wir uns gerade in einer Situation, in der auch wir eventuell etwas Hilfe brauchen könnten. Unser Bett ist warm und unser Kühlschrank ist gefüllt, andere Dinge hingegen nicht. Ich muss erkennen dass wir irgendwann durch ein soziales Loch rutschen werden und dass es manchmal auch noch andere Dinge gibt, außer einem gefüllten Kühlschrank. Auch wird mir so langsam bewusst, dass Erinnerungen, die wir vor allem für die Heldenkinder schaffen wollen oft nicht völlig kostenlos sind.

Daher, auch wenn es mir noch nie so schwer gefallen ist einen Post zu veröffentlichen, ich Bauchschmerzen damit habe, hier ein Gastbeitrag von Bea, die normalerweise auf dem Blog Ganz schön Laut schreibt.

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„Liebe Leser von Ines´ Blog,

heute möchte ich gerne eine Herzensangelegenheit an Euch herantragen. Ich weiß genau, dass es Ines furchtbar unangenehm sein wird, dass ich dies hier schreibe und sie bitten werde, dies auf ihrem Blog zu veröffentlichen. In der Regel habe ich tiefen Respekt vor Befindlichkeiten und Gefühle anderer, aber in diesem Fall möchte ich mich ganz bewußt darüber hinwegsetzen, weil ich tief davon überzeugt bin, dass es wichtig und richtig ist, dies zu tun. Also hoffe, dass Sie den Gastbeitrag annimmt…

Ich kenne Ines noch gar nicht lange, fast genau ein Jahr lang. Und von Anfang an habe ich Ines kennengelernt als Löwin: sie kämpft wie eine Löwenmutter für ihre Familie und das, was ihr wichtig ist.

Neben Ihrem Vollzeitjob als Erzieherin kämpft sie dafür, „Krabbe Kunibert“ von den Kindern, dem kleinen Batman und der Einhornbändigerin möglichst fern zu halten und ihnen ein Leben in größtmöglicher Normalität zu bieten. Sie möchte den Kindern Wünsche erfüllen, gemeinsame Zeit mit der Familie, Urlaube und besondere Aktivitäten, damit sie ihren Papa nicht nur krank und ohne Haare in Erinnerung behalten. Sie kämpft für den Helden-Papa, begleitet ihn zu Arztterminen, recherchiert im Internet nach alternativen Therapien und gesunden Nahrungsmitteln, diskutiert mit Ärzten, suchte unermüdlich nach einem passenden Stammzellenspender, zunächst für Simon, aber auch für alle anderen Blutkrebspatienren. Sie organisierte eine riesige DKMS-Registrierungsaktion und stellte innerhalb kürzester Zeit eine gigantische Hochzeit auf die Beine. Und als die Lage für Simon immer hoffnungsloser und Kunibert immer stärker wird und jeder andere sich reflexartig ins Bett verkriechen und die Decke über den Kopf ziehen würde, da kämpft sie weiter für die DKMS, organisiert eine große Versteigerung, bei der sie über 3000 Euro für Registrierungen potentieller Stammzellenspender sammelt (und dabei selbst eine Menge Arbeit und Kosten hat). Und das, obwohl ein Stammzellenspender Simon wahrscheinlich gar nicht mehr helfen würde. Aber sie möchte auf die DKMS aufmerksam machen. Anderen Familien soll es nicht so ergehen wie ihnen.30415385_1647704301990927_7220528872905768960_o

Über die andere Seite der Löwin redet oder schreibt Ines nicht gerne. Dass auch die Löwin schwach ist und müde und dass sie Angst hat. Dass für die Dinge, die sie sich noch vorgenommen haben, um schöne Erinnerungen zu schaffen, eigentlich gar kein Geld übrig ist. Dass sie Existenzängste hat, weil sie das Haus, in dem sie leben, eigentlich kaufen müssten, weil sie sich die Miete alleine nicht leisten könnte, aber die Kinder nicht aus ihrem gewohnten Umfeld reißen will. Ganz zu schweigen von der Angst um Simon, der Angst, dass die Hoffnung schwindet und die Schmerzen zunehmen, dem drohenden Verlust des Ehemannes und der Sorge, wie die Kinder damit zurechtkommen werden.

Diejenigen von Euch, die Ines kennen oder schon länger hier mitlesen, spüren dies zwischen den Zeilen sicherlich immer wieder. Ines bittet nie um etwas für sich und beklagt sich nicht. Sie improvisiert und verzichtet. „Es geht schon irgendwie“, sagt sie.

Inzwischen ist die Situation aber so, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Wünsche der Familie zu erfüllen, um Erinnerungen zu schaffen und um Vorsorge zu treffen für die Zeit danach. Deshalb meine ich, dass es an der Zeit ist, dass wir jetzt etwas für Ines tun.

Nach dem Motto „wenn jeder nur ein wenig gibt…“, habe ich eine GoFundMe-Kampagne eingerichtet. Den Link dazu findet Ihr hier:

https://www.gofundme.com/kunibert-du-kannst-uns-mal

Darüber könnt Ihr spenden, diesmal nur für Ines und die Familie, nicht für die DKMS. Weil man über GoFunMe nur mit Kreditkarte spenden kann, habe ich parallel dazu noch einen gebührenfreien Paypal „Moneypool“ eingerichtet.

https://paypal.me/pools/c/83GQpwIiOX

Das Geld was dort eingeht, werde ich in der GoFundMe-Kampagne als Offline-Spenden kenntlich machen und natürlich zu 100% an Ines und Simon auszahlen.IMG-20170330-WA0000

Wenn alle, die diesen Text lesen und Anteil am Schicksal der Familie nehmen, nur eine Kleinigkeit spenden, können wir dazu beitragen, den Kindern und Ines unvergessliche Erinnerungen mit und an ihren Papa und Ehemann zu ermöglichen. Und vielleicht lässt sich sogar ein Grundstock schaffen, um den Kindern nicht auch noch das Haus und die gewohnte Umgebung zu nehmen, wenn es zum Schlimmsten kommt.

Ob es funktioniert oder ob ich Erwartungen wecke, die am Ende nicht erfüllt werden, weiß ich nicht. Ich hoffe einfach, dass die Leser, die hier im Blog, in Facebook und Instagram schon lange mitfiebern und mitleiden, ähnlich empfinden, wie ich das tue und sich – jeder wie er kann – mit einer Kleinigkeit beteiligen. Und dass Ihr die Geschichte von Ines und dem Helden-Papa weitererzählt, an Freunde und Bekannte, die vielleicht auch mit einem kleinen Obolus geben. Ich bin mir bewusst, dass viele den Gürtel eng schnallen müssen und sich selbst wenig leisten können – es soll nur der etwas geben, der es auch guten Gewissens kann.

Simon können wir leider nicht retten, aber vielleicht können wir Ines ein paar finanzielle Sorgen nehmen, darüber würde ich mich riesig freuen!

Danke Euch allen!
Bea“

15 Gedanken zu „Gastbeitrag von Bea; die Spuren von Kunibert

  1. In den letzten Tagen habe ich sehr oft daran gedacht, dass es an der Zeit ist, Euch etwas zurückzugeben, liebe Ines! Und ich wusste -aus der Ferne – nicht, wie ich das bewerkstelligen könnte…Super, super, super, liebe Bea! Ich hoffe, dieser Beitrag verbreitet sich auf allen Kanälen und Ihr nützt auch die vorhandenen Kontakte zu den Medien. Zusammen ist man weniger allein.
    Viel, viel Erfolg! Wir werden uns auf jeden Fall beteiligen. Jede Sorge, die etwas kleiner gemacht werden kann, darf kleiner gemacht werden.

    Alles Liebe,
    Katharina

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  2. Liebe Ines, Miss findet die Idee und den kleinen Aufruf gut. Denn die letzten Tage überlegte Miss fieberhaft wie es ermöglicht werden könnte, das z.b. die Hundefreunde in der Familie bleiben könnten…

    Wie lange bleiben denn die Einzahlungsmöglichkeiten offen?

    …mit blauen 🐘 Grüßen und der Beitrag ist für euch und das ist gut so☺

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  3. Liebe Ines…
    Wie du richtig sagst, gibt es bestimmt Familien und Menschen, denen es schlechter geht als euch…
    Das darfst du aber bitte nicht als Maßstab nehmen.
    Ich finde es nur konsequent und es ist mir ein Bedürfnis, wenigstens einen finanziellen Beitrag zu leisten, wenn ich sonst schon nichts tun kann.
    Jedem ist damit wenigstens ein bißchen geholfen.
    Alle Bedürfnisse der Welt kann ich nicht anfangen, deshalb bin ich froh, wenn ich gezielt etwas beitragen kann.
    Und ich glaube, dass es vielen anderen auch so geht.
    Also, nimm es ohne Gewisssnsbisse an, es ist „nur“ Geld.
    Ich wünsche euch alle Kraft, die ihr braucht !!!

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  4. Leider kann ich finanziell nicht dazu beitragen, Ines und ihren Kindern unvergessliche Erinnerungen zu schaffen. Wir sind leider in der selben Situation, auch finanziell, aber vor allem schon sehr körperlich eingeschränkt durch die Auswirkungen des Multiplen Myeloms. Nichts desto trotz, wünsche ich der Heldenfamilie, dass zumindest ihre Wünsche in Erfüllung gehen mögen. Ich gönne es ihnen von Herzen.

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  5. Liebe Ines – super – super – super !!! dass Bea diesen Aufruf gestartet hat und Du ihn hier gepostet hast !!! Holt Euch Hilfe wo es geht – bitte – das ist so wichtig für jeden von Euch! Durch die Spendenkampagne kann jeder von uns ein klein wenig auch aus der Ferne helfen ❤ Alles erdenklich Liebe und Gute für Euch ❤❤❤

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  6. Hat dies auf ScreamingColoursBlog rebloggt und kommentierte:
    Hallo ihr Lieben,

    vor ein oder zwei Wochen bin ich auf den Blog ‚Cancer is an asshole‘ aufmerksam geworden. Dort kämpft eine Familie gegen den Blutkrebs des Familienvaters an. Aber nicht nur das. Da mittlerweile klar ist, dass dem Vater leider nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, drängen sich nun auch Existenzängste der Familie in den Vordergrund. Sie drohen ihr Haus zu verlieren und überhaupt der soziale Abstieg durch finanzielle Sorgen. Und dabei möchten sie doch so gerne den Kindern noch ein paar schöne Erinnerungen mit dem Vater ermöglichen und Abenteuer möglich machen. Nun gibt es einen Spendenaufruf, um der Familie noch ein wenig das Leben zu erleichtern. Ich habe bereits gespendet. Und daher würde ich euch bitten, schaut mal bei diesem tollen Blog vorbei. Und wer will und wem es möglich ist, da wäre es schön über den Spendenlink eine Kleinigkeit locker zu machen. Denn auch Kleinvieh macht Mist!

    Liebe Grüße
    Eure Steffi

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  7. Ich bekomme Gänsehaut wenn ich das alles lese. Es ist richtig und wichtig, dass wir jetzt euch helfen und dass ihr die Hilfe annehmt, denn viel können wir leider nicht tun, weil wir uns gar nicht kennen. Gemeinsam kann man etwas bewegen. Wir hoffen dass ihr noch etwas Zeit zusammen habt und eure Kinder dennoch eine glückliche Kindheit. Liebe Grüße Tanja

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  8. Super Aktion! Danke Bea dafür! Wofür auch immer ihr das Geld verwendet, Hauptsache es geht euch so gut wie es unter den gegebenen Umständen möglich ist! Und glaubt mir, es kommt von Herzen!
    Ganz liebe Grüße Maria

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  9. super bea 👍
    und mutig liebe ines das du diesen beitrag veröffentlichst. hilfe annehmen gehört auch nicht gerade zu meinen stärken. ich drück ganz fest die daumen das genug zusammen kommt. ich bin gerne für meinen lieben kollegen simon dabei und werde mal horchen ob wir nicht auch auf arbeit etwas zusammen sammeln können. obwohl ich mir sicher bin, das unter den kollegen schon was läuft. liebe grüße von lars und sarah müller

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  10. Ihr Lieben,

    ich bin vor kurzem auf euch aufmerksam geworden. Es ist erschreckend wieviele Familien dieses Schicksal tragen müssen.
    Wir kämpfen seit 5 Jahren, erst Non-Hodgkin, direkt im Anschluss TPLL eine sehr seltene Leukämie, vor 3 Jahren Stammzelltransplantation, 9 Monate Uniklinik, 15 Monate künstliche Ernährung. Eigentlich ginges meinem Mann in den letzten Jahren vielleicht 6 Wochen „gut“.
    Seit heute wissen wir das die Sch… wieder da ist, wir wissen das uns nur noch sehr wenig Zeit bleibt.
    Das Gefühl ist grausam, es raubt mir die Luft zum Atmen. Und ich weiß auch wie grausam, Ämter, Behörden und ähnliches sein kann.
    Leben am Limit – im wahrsten Sinne des Wortes!
    Ich drücke euch ganz fest und wünsche euch das doch nochein Spender gefunden wird und alles gut ausgeht!
    Suse

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    1. Das tut mir sehr leid, ich kann deine Gefühle leider gut nach empfinden. Es ist so schlimm, dass man nicht nur die Angst um den Mann ertragen muss, sondern auch finanzielle Sorgen so belasten. Ganz viel Kraft für euch.

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  11. Liebe Ines,
    eine tolle Aktion ist das! Was mich seit Deinem Blogbeitrag von vorgestern „Etwas, was bleibt …“ beschäftigt, und jetzt in diesem Beitrag wieder hochgekommen ist, als ich das zuckersüße Bild von Deinem Sohn und seiner Bulldogge sah …
    Auf Eurer Bucket List steht ja an erster Stelle, ein Haus zu kaufen. Habt Ihr denn schon so viel Eigenkapital, dass Ihr das in Erwägung ziehen könnt? Auch wenn die Zinsen im Moment niedrig sind, muss das ja ausreichend vorhanden sein, um so eine Überlegung anstellen zu können. (Auf die Frage mit dem Eigenkapital erwarte ich selbstverständlich keine Antwort, sie soll nur ggf. zu meinem nächsten Gedanken überleiten!). Wenn das Eigenkapital noch nicht ganz reicht, würde ich mich an Eurer Stelle JETZT schon darum bemühen, eine Wohnung zu finden, die auch für Dich als Alleinverdienerin dann bezahlbar ist, und wo Ihr Eure Hunde mitnehmen dürft. Es gibt ja Gott sei Dank auch noch tierliebe Vermieter. Denn ich glaube nicht, dass eine Schildkröte über den Verlust eines Hundes hinwegtrösten kann. Nicht, dass die Schildkröte weniger wert wäre als ein Hund, aber ein Tier kann ein anderes nicht ersetzen. Der Verlust der Hunde wäre also etwas, was Du Deinen Kindern durch frühzeitige Wohnungssuche ziemlich sicher ersparen könntest! Und was es für die treuen Hunde bedeutet, demnächst vielleicht hinter Tierheimgittern zu sitzen, möchte ich mir auch nicht ausmalen…
    Außerdem: Wenn Ihr Euch jetzt schon auf die Suche nach einer geeigneten Wohnung machen würdet, könntet Ihr in Ruhe und ohne Druck suchen, und müsstet nicht unter der psychischen Belastung und Trauer nach Tag X suchen. Und wenn der Papa auch noch in diese neue Wohnung miteinzieht, ist es an Tag X schon ein richtiges Zuhause geworden, was dann zumindest für etwas Stabilität sorgen kann. Alles Gute für Euch, dass viel Geld zusammenkommt, und Ihr noch eine lange gemeinsame Zeit habt! LG Theresa

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