Mein lieber Simon

Wie geht es Dir mein Held? Hast Du Dich inzwischen gut „eingelebt“ in Deinem Himmelsbett? Du bist seid 3 Monaten und zwei Tagen nicht mehr bei uns. Und trotzdem bist Du überall, verstehst Du wie ich das meine?

Manchmal flackert die Lampe über unserem Esstisch, die die Du unbedingt haben wolltest, weil sie wie der Todesstern von Star Wars aussieht. Eigentlich wollte ich schon längst die Glühbirne gewechselt haben, dann ging sie plötzlich aber wieder für einige Tage. Am Samstag flackerte sie, gestern auch. Oft in Momenten, an denen ich an Dich denken muss. Ich werde die Glühbirne erst einmal nicht wechseln, weil ich mir hin und wieder einrede, dass Du damit „Hallo“ zu uns sagst. Spooky und Freaky, oder?

Mein lieber Schatz, unser Kellerprojekt geht voran, ich hoffe dass wir im Laufe der Woche noch etwas weiter machen können. Gestern habe ich unseren Vorratsschrank aussortiert, da standen noch einige Dosen Energydrinks von Dir rum. Anscheinend stimmte der Werbeslogan, dass die Dinger Flügel verleihen können. Allerdings brauche ich noch keine Flügel und abgelaufen waren sie inzwischen auch. Es tut mir Leid mein Held, ich habe sie weggeschüttet. Die riechen so widerlich, wie konntest Du die nur trinken?IMG_20180918_065243_920.jpg

Emma ist inzwischen gänzlich in der Pubertät angekommen und freut sich darauf bald mit mir die Klamotten tauschen zu können. Es beginnt nun eine Zeit vor der Du und ich immer Respekt hatten. Unsere Tochter spricht Dinge an, von denen wir ewig überlegt hatten wer diese mit ihr bespricht. Ihr Stimmung schwangt manchmal mehr als die Temperaturen draußen. Mal ist sie schon total groß und supercool, im nächsten Moment sitzt sie mit ihrem Bruder zusammen und sie spielen Playmobil. Wutausbrüche geschehen häufiger als früher und ich glaube, dass unsere Einhornbändigerin selbst nicht genau weiß warum eigentlich.

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Leo ist seid heute ein offizieles „Maxi-Kind“ in der Kita. Der Elternabend liegt schon hinter uns. Zusammen mit den anderen Vorschulkindern hat er nun einige Privilegien.

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Geliebter Held, Facebook erinnerte mich am 3.10 daran, was wir vor 7 Jahren gemacht hatten. Wir waren 2011 für 5 Monate getrennt, ich war nach einiger Zeig aber recht hartnäckig und schon fast penetrant um mit Dir in Kontakt zu bleiben. Es klappte, wir fingen von vorn an und hatten im August/September unser zweites 1. Date. Am 3.Oktober waren wir zusammen auf einer Open Air Party und stellten fest, dass es zusammen doch schöner ist. Erinnerst Du Dich? Im Dezember bin ich schwanger geworden und im Juni zog Kunibert bei uns ein. Ich überlegte in den letzten Jahren oft, was gewesen wäre, wenn wir nicht wieder zusammen gefunden hätten. Zum einen gäbe es den kleinen Batman nicht. zum anderen wüsste ich nicht, ob ich von Kunibert erfahren hätte. Und selbst wenn, dann wäre es etwas Anderes gewesen. Ich fragte mich oft, in welcher Situation ich nun wäre. Entschuldige mein Schatz. Aber am 3.10 erinnerte mich Facebook an unser Date vor 7 Jahren, ich postete ein „Jackpot gewonnen“. Und weißt Du was? Das war es auch. Das ist es bis Heute. Auch wenn ich hin und wieder komische Gedanken habe, meinen „Jackpot“, die Zeit mit Dir hätte ich nicht missen wollen. Danke, dass Du mein Jackpot bist!20180303_172154795862532.jpg

Der kleine Batman meinte gestern: „Weißt Du Mama, ich finde dass Du ein bisschen netter geworden bist. Aber Papa war noch netter“

Die Kinder vermissen Dich, Leo kann sich kaum noch an Deine Stimme erinnern. Du warst immer „der Gute“ von uns Beiden, ich war der „Bad Cop“.  Ich bin oft „total gemein“ oder „voll blöd“, besonders dann wenn ich Dinge erwarte oder die Kinder bitte ihre Sachen wegzuräumen. Du kennst das, daran hat sich nichts geändert. Aber im Grunde glaube ich, dass das schon ganz gut klappt mit uns Drein. Mal mehr, mal weniger friedlich.

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Am Wochenende haben wir angefangen den Flur etwas weniger Chaotisch zu machen. Was hälst Du davon? Die Kinder meinen, dass es wie ein ganz neues Treppenhaus aussieht.

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Mein lieber Simon, Du fehlst so sehr. Es gibt so viele Dinge, die ich Dir so gern erzählen möchte. Und ich kann nicht. Mir fehlen die mutmachenden Worte oder das Zurückbringen auf den Boden der Tatsachen. Ich fürchte mich ab und zu und es ist Niemand da, der mich schützen kann.

Wenn Du nur wüsstest was hier alles im Hintergrund geschieht, Du wärst, vermutlich positiv, fassungslos. Genauso wie ich es bin. Wenn es tolle Nachrichten gibt, freue ich mich für mich allein. Kein High Five oder ähnliches. Das ist seltsam, daran kann ich mich nicht gewöhnen. Ich kann mich freuen, wenn etwas grandioses geschieht. Aber immer nur kurz, weil es allein kein Spaß macht.20171230_132147.jpg

Und ja, natürlich gibt es Freunde und Bekannte. Viele von Ihnen sehe ich aber eigentlich nie. Mein lieber Schatz, das liegt an mir. Ich will ja, ich kann aber nicht. Was die soziale Ebene angeht, bremse ich mich um Moment selbst aus und steh mir oft im Weg. Kannst Du mir sagen, wann das wieder aufhört?

Mein geliebter Mann, erinnerst Du Dich noch daran wie wir darüber gesprochen haben, was wir an unserem 10 jährigen Beziehungsjubiläum machen wollten? Wir wollten uns Urlaub nehmen und ohne Kinder für eine Nacht wegfahren, irgendwohin wo nicht viel los ist. Das klappt jetzt leider nicht mehr. Im Dezember ist es soweit und ich überlege schon, was ich stattdessen mache. Hast Du eine Idee?

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Lieber Simon, manchmal ist das allein sein mit den Kindern ganz schön schwer; heute ist manchmal. Schon drei Monate ohne Dich und noch immer ist mir nicht klar, wie das eigentlich passieren konnte. Noch immer ist mir nicht klar, wie das nun alles gehen soll.

Ich versuche mich abzulenken, immer. Das klappt ganz gut, aber dann gibt es auch Momente in denen ich nichts mit mir anzufangen weiß.

Ich hoffe, dass es Dir besser geht. Hast Du den Opa von uns gegrüßt? Ich hoffe Du fühlst Dich nicht allein. Ich hoffe dass Du Deinen Frieden gefunden hast. Tust Du mir einen Gefallen? Behalte Deine schützende Hand über unsere Kinder, okay? Ich beschütze auch, aber Deine Hand kann und will ich nicht ersetzen.

Ich lieb Dich. Rock den Himmel mein Held.

 

 

 

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