Superheldencasting; Batman rennt für das Leben

Am Freitag war es endlich soweit. Die Heldenkinder und ich machten uns auf den Weg zu einem Sponsorenlauf der etwas anderen Art.

Wir waren verabredet mit Wonderwoman, die im echten Leben Gaby heißt. Sie arbeitet in der IUBH Duales Studium im Zentrum der Hauptstadt, Dort plante sie einen Sponsorenlauf zu Gunsten der DKMS und zwei anderen Vereinen. Gleichzeitig sollte eine Registrierungsaktion für die DKMS stattfinden. Ein Freundin von Gaby erzählte mir von dieser Aktion und der Bitte vielleicht Kontakt aufzubauen. Wir telefonierten noch am gleichen Abend miteinander und ich sicherte unsere Unterstützung zu.

In der Norm gehen Hochschulveranstaltungen dieser Art oft unter. Die Presse zeigt meistens kaum bis kein Interesse, da das persönliche Schicksal dahinter nicht vorhanden ist und daher die Wirksamkeit nach Außen fehlt. Ich kann das verstehen, auf der anderen Seite würde ich mich über ein Umdenken freuen, da grade diese kleineren Aktionen leichter zum nachahmen anregen können. Daher liebe Pressemenschen, die ihr diesen Blog lest und ich weiß, dass es einige sind….vielleicht berichtet ihr doch ab und an auch mal über diese keinen Aktionen. Denn oft sind es die kleinen Dinge, die das Leben ein bissel schöner machen können. Das war auch einer der Gründe, warum wir zugesagt hatten-

Im Vorfeld organisierte ich einige Drinks von KOAWACH und rührte etwas die Werbetrommel. Ansonsten war ich einfach nur da und versuchte Redakteure von den grandiosen Ideen der Hochschule zu überzeugen. Mehr nicht.

Irgendwann kamen die Superhelden ins Spiel. Ein, Zwei Studenten brauchten noch einige Karmapunkte und durften sich folgend um die Superheldenkostüme kümmern. Zum Leihen war der Plan. Geschenkt bzw. gespendet wurden sie am Ende vom Kostümpalast

Natürlich wuchs in diesem Zusammenhang auch die Freude der Heldenkinder, denn der kleine Batman hatte nun tatsächlich die CHance den echten Batman samt Avengers Freunde zu treffen.

Mit zwei aufgeregten Kindern und P. meinem Hirn, ihr wisst schon fuhr ich am Freitag zur Hochschule. Gaby begrüßte uns und zeigte uns gleich unseren eigenen, kleinen Raum, die Presselounge und erklärte mir kurz den Ablauf. Emma fühlte sich wie ein Superstar mit eigener Garderobe.

Die Heldenkinder ließen ihre mitgebrachten Heldenpuppen schonmal Probefliegen.

Wenig später wurden wir in die Presselounge gebeten. Da ich ahnte was gleich geschehen wird, bin ich etwas zur Seite gegangen. Es wurde still im Raum und plötzlich standen sie vor uns: Batman, Supergirl, Wonderwoman, Spiderman, Captain America, Iron Man und einige Andere. Emma lachte. Leos Mund stand offen. Die Superhelden hatten Geschenke mitgebracht.

Emma wollte ihres sofort öffnen, der kleine Batman hingegen musterte zunächst alle Superhelden, die da vor ihm standen. „Spiderman, wieso hast Du so wenig Muskeln? Könnt ihr fliegen? Und wer bist Du überhaupt? Kenn ich nicht!“ Auch nach mehrfacher Nachfrage ob er denn sein Geschenk nicht auspacken möchte meine Leo ganz trocken „Nö, jetzt nicht“ Ich glaube dass alle Superhelden auf verschiedene Szenarien vorbereitet waren, darauf aber nicht. Sie wirkten dezent überfordert.

wenig später siegte die Neugier und beide Kinder packten ihre Dinge aus.

Ein Superheldenkostüm für Jeden. Batman und Batgirl! Vielen Dank an dieser Stelle!

Kurz danach liefen alle Helden samt dem Roten Blutkörperchen in die „Arena“ eine. Leo war ganz stolz vorn, neben seinem Idol. ihr hättet sein Gesicht sehen sollen. Dazu gibt es auch ein tolles Video! unbedingt ansehen

Emma hatte ebenfalls zwei neue, beste Freunde gefunden. es war so großartig.

Während des gesamten Laufs wurde 700 Runden und 4411 Euro erlauf. Die Hochschule hoffte auf 2500. Sponsoren der Läufer waren unter Anderem Kiss FM (deren Läufer war neben meinen Minihelden mein Favorite!), Smarketer GmbH , Y & G Lebensmittelgroßhandel GmbH, Halteverbot 123, Scandic Hotel Potsdamer Platz und Labor Berlin Charitè Vivantes GmbH. Um die Sponsoren kümmerte sich jeder Läufer selbst.

Für die Einhornbändigerin waren mehrere Blogleser Sponsoren. Da ich nicht mit der Teilnahme vom kleinem Batman gerechnet hatte, er am Ende aber 25 Runden a 300 Meter gelaufen ist, bin ich spontan als Sponsor eingesprungen. Hätte ich nicht machen müssen! Wollte es aber. Emma lief 44 Runden! Vierundvierzig…12 km…Das har das Kind nicht von mir.

Während der Aktion gab es die Möglichkeit sich bei der DKMS als potentieller Lebensspender registrieren zu können. Die genauen Zahlen fehlen mir noch, aber es blieben leider etwas weniger als gedacht.

Am späten Nachmittag habe ich dort auch lesen dürfen, mit Fotos von unserem Helden im Hintergrund. Danke an die lieben Zuhörer, ihr habt es mir leicht gemacht auch wenn einige Textstellen sehr emotional waren und das erste Mal von mir vorgelesen wurden. Wenn ich lese, sehe ich selten ins Publikum, das hat nichts mit Arroganz zu tun, eher mit meiner Unsicherheit und eventuellen Emotionswellen. Irgendwann hörte ich vermehrtes schluchsen und ich war mir etwas unsicher ob das nun ein Gutes oder schlechtes Zeichen gewesen war.

Ich blieb noch eine ganze Weile, bevor mich eine wirklich nette und durchaus witzige DKMS Mitarbeiterin ein Stück mit dem Auto mitgenommen hatte. Die Heldenkinder wurden bereits vor der Lesung von Papa 1 bzw. von dem besten Freund samt Mama abgeholt.

Besagte Mitarbeiterin besitzt augenscheinlich den gleichen Orientierungssinn wie ich, nämlich gar keinen. So dauerte diese Fahrt ein Stück. Allerdings machte es die Sitzheizung des Autos und die netten Gespräche nicht sonderlich dramatisch.

Am Abend packte ich noch eben meine Tasche für Leipzig, habe eine Quattro Formaggi gegessen und lehnte mich zufrieden auf meinem Sofa zurück. Zufrieden weil dieser Tag etwas ganz besonderes war. Weil die Heldenkinder ihre Superhelden kennenlernten. Weil ich das Glück hatte viele neue und bewundernswerte Menschen kennenzulernen. Weil es nach Simons Tod die erste DKMS Veranstalltung für mich war und es sich gut anfühlte. Weil ich etwas sinnvolles tun konnte. Und das obwohl ich nichts weiter tat als anwesend zu sein.

Dieses Gefühl etwas sinnvolles tun zu können, könnte Jeder haben. Sponsorenläufe, Wohltätige Spiele durch Vereine, Spendenaktionen, Registrierungsaktionen…all das könnte im Grunde jeder planen. Jeder Privatmensch, jeder Verein, jede Hochschule, jeder Betrieb…Jeder. Ihr schafft damit einen schönen Tag voller Hoffnung der unvergessen bleibt. Ganz nebenbei tut ihr etwas Gutes. Besser geht es doch eigentlich gar nicht. Daher sollten Aktionen wie diese viel häufiger in der Presse zu sehen sein, weil es sonst Niemand sieht. Weil sonst Niemand auf die Idee kommt, es ihnen Gleich zu tun. Das ist wirklich schade.

Daher ein dickes Danke an den Journalisten mit den neuen weißen Schuhen. Danke dass Du Dich auf mein betteln eingelassen hast und gekommen bist um zu berichten, auch wenn Dein Fotograf hin und wieder etwas skurril unterwegs war. Danke fürs mitrennen und so normal sein. Über die Schlagzeile jedoch und die richtige Schreibweise ( das aus meinem Munde!) reden wir dann nochmal, ne?

Ein Gedanke zu „Superheldencasting; Batman rennt für das Leben

  1. Tolle Aktion und tolle Kinder! Du bist bestimmt super stolz auf deine Heldenkinder. <3 Beim Lesen fiel mir ein, dass wir ja auch deine Kinder hätten unterstützen können, schade, irgendwie ist mir die Idee im Vorfeld gar nicht gekommen. Aber wir können ja auch so an die DKMS spenden und tun das auch. Wenn wieder mal sowas ist, könntest du doch ganz offen auf deinem Blog schreiben, dass jeder der mag für eure Runden spenden kann. Ich bin sicher, dass sich für deine heldenhafte Familie jede Menge private Sponsoren melden würden! 🙂

    Was du mit der falschen Schreibweise bei der Schlagzeile meinst, hab ich aber nicht verstanden. Für mich sieht alles richtig aus. Dafür ist mir schon länger aufgefallen, dass in deinem Blog-Untertitel bei "Papas Krabbe" ein b fehlt. Das liest sich wie "Papas Rabe". Wäre mal was Neues, aber das meinst du bestimmt nicht. 😉

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