Warum ich das Honorar für Lesungen an die DKMS spende

Seitdem unser Buch in den Buchläden zu finden ist, werde ich hin und wieder auch zu Lesungen eingeladen. Im Mai wird die nächste an der Ostsee sein. Eine weitere ist für Thüringen noch locker in der Planung. Vielleicht werde ich auch erneut in einer Hochschule lesen dürfen, mal sehen.

Ich habe für mich entschieden, dass bis zu zwei Termine im Monat außerhalb der Hauptstadt möglich und auch machbar sind. Ich freue mich über jede Einladung, über neue Orte und Menschen. Besonders aber freue ich mich darüber, dass es dadurch gelingt, was ich mir gewünscht hatte. Dass ein Bewusstsein dafür entsteht, dass ein Leben, auch als Familie möglich ist, auch dann wenn eine tödlich verlaufende Erkrankung mit im Raum steht. Ich möchte Euch zeigen, dass jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist und dass es auch in aussichtslos erscheinenden Situationen immer zwei Möglichkeiten gibt: den Kopf in den Sand stecken oder das anzunehmen, was einem gegeben wurde, um das Bestmöglich heraus zu holen.

Außerdem geht es immer noch um die DKMS. Dieser Verein, für den ich NICHT arbeite, liegt mir sehr am Herzen. Simon hat seinen genetischen Zwilling nicht finden können, damit wurde ihm eine große Chance verwehrt. So wie unserem Helden geht es jedem 5. Blutkrebspatienten weltweit. Das ist enorm viel und es gibt nach wie vor wahnsinnig viele Leute, die sich noch nie mit dem Thema Stammzellspende auseinander gesetzt haben. weil es sie bisher nicht betroffen hat. Mit unserem Buch aber hoffe ich, dieses Thema zumindest kurz in den Fokus rücken zu können. Ich erhoffe mir zumindest ein Interesse an dem Thema Stammzellspende. Ich erhoffe mir bewusste Entscheidungen, in welche Richtung diese auch gehen mögen.

Je öfter ich Lesungen haben darf, desto mehr Menschen kann ich erreichen.

Als ich unser Buch geschrieben hatte, ahnte ich nicht im geringsten, welche Welle es auslösen könnte. Ich darf mich Spiegelbestseller Autorin nennen, einfach so. Ich habe keinen Thriller aufgeschrieben, sondern nur unsere Geschichte. Simons Geschichte und seinem Kampf MIT Kunibert. Seinen Kampf für mehr Achtsamkeit und Lebensmut in der Welt. Seinen Kampf für mehr Aufmerksamkeit zum Thema Stammzellspende. Es war sein Job dies zu tun, ich konnte ihm nicht helfen. Ich war nur da. Und habe zum Schluß alles aufgeschrieben. Thats it.

Ich hatte nie vor, aus unserer Geschichte Profit zu schlagen. Ich bediente mich, besonders am Anfang mit dem Blog lediglich aller Mittel, die ich hatte, um auf Stammzellspenden aufmerksam zu machen. Das tat und tue ich nicht, weil ich ein toller Mensch bin. Das tat ich, weil ich liebe. Ich tue es, weil ich liebe und glaube, dass es viele andere Patienten gibt, die ihre Angehörigen lieben.

Nun ist es da, das Buch. Unser Buch. Inzwischen in der dritten Auflage, Und daher möchte ich euch sagen, bisher gingen sämtliche Einnahmen für Lesungen an die DKMS. Ich lese und bitte darum, dass mein Honorar direkt an die DKMS überwiesen wird. Weil ich damit keinen Gewinn erzielen will, sondern Aufmerksamkeit erzeugen.

Die Erfahrung lehrte mich, dass die Aufmerksamkeit auch dann steigt, wenn es um Spendengelder geht. Ich hatte bereits mehrere Gespräche mit DKMS Mitarbeiter, die mich immer wieder versuchten zu überreden, das Geld bei mir zu lassen, da wir es selbst brauchen würden.

Richtig, das tun wir theoretisch auch. Aber. Unser Kühlschrank ist voll, Das Dach über unserem Kopf ist ganz und neue Schuhe gab es inzwischen auch. Wir müssen auf das Geld achten, nagen aber nicht am Hungertuch. Einige Dinge sind nicht möglich oder müssen gut überdacht werden. Trotzdem, uns geht es gut. Geld beruhigt, glücklich aber macht es nicht.

Ich spende unser Honorar, weil es eigentlich Simons Honorar ist. Ich spende es, weil es mir wichtig ist und ich glaube, dass die DKMS so viel Unterstützung und Aufmerksamkeit verdient, wie sie auch nur irgendwie bekommen kann.

Und im Grunde sollte ich dankbar sein. Dankbar dafür, dass es einen Verlag gegeben hat, der sich getraut hat mein Buch: unser Buch verlegen zu wollen. Und das trotz der Tatsache, dass ich so gar keine Ahnung von all dem hatte. Es ist ein Buch geworden, das sich Simon gewünscht hatte. Ein Buch, das ihn und seine Geschichte nicht vergessen lässt. Und hoffentlich auch dafür sorgt, dass einige Leser ihre Sicht auf die Welt ein kleines bisschen ändern.

Für manche mag das bescheuert sein, für mich fühlt es sich besser an. Dann gibt es den Blog, der hin und wieder etwas Werbung zu bieten hat. Diese Anzeigen, diese Gelder bleiben bei uns. Aber das, was direkt durch das Buch kommt, wandert dort hin wo es hingehört. Zumindest so lange, wie es für uns tragbar ist.

3 Gedanken zu „Warum ich das Honorar für Lesungen an die DKMS spende

  1. Hallo Liebe Ines (hoffe die Ansprache ist okay),

    ich lese zur Zeit dein Buch und verfolge seit ein paar Tagen auch deine Einträge hier im Blog. Ich habe große Respekt vor dem was du erlebt hast, was du gemacht hast und heute noch tust! Ich habe vor kanpp zwei Jahren meine Schwägerin an „Kunibert“ verloren und habe erfahrungen al Angehöriger machen müssen. Mein Bruder leidet an dem Verlust seiner Frau sehr, ich versuche ihm jeden Tag ein Stück aufmerksamkeit durch ein einfaches „guten Morgen“ über Whatsapp zu schenken! Als Angehöriger bin ich leider sehr weit weg von seinen Empfindungen, hoffe aber das er dadurch weiß das ich mit ihm fühle.
    Ich hoffe es kommt auch in unserer Region (Oberbergischer Kreis, Gummersbach) mal zu einer Lesung!
    Wie bereits geschrieben, ich finde es toll was und wie du es machst!

    Liebe Grüße
    Dirk Schwarzer

  2. Liebe Ines,
    sie sind eine wunderbare Frau innen wie außen🙏🏻💕
    Seien Sie!!! stolz auf sich!!!!
    Simon wäre es sowas von!!!!
    Alles Liebe und Chapeu,Andrea

  3. Liebe Ines, ich finde Dein Engagement, dass Du (immer noch) zeigst, klasse. Und das Du nicht den Kopf in den Sand gesteckt hast. Deshalb mache ich auch mit meinem blog weiter – den Krebs habe ich weitgehend hinter mir gelassen, aber es ist mir wichtig, die Themen Achtsamkeit, positives Denken, Fitness und gesunde Ernährung mit anderen Betroffenen zu teilen und zu einem bewussteren Leben zu motivieren und meine Erfahrungen zu teilen. LG

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