Wie ist das eigentlich wenn Blogger alles „geschenkt“ bekommen

Das ist eine Meinung, die mir in der Bloggerwelt häufiger begegnet. Ich bin noch recht neu in dieser Welt und versuche mich noch zurechtzufinden. Dennoch kommen natürlich auch bei mir Kommentare unter betreffenden Blogposts. Andere Blogs aber haben es da noch bedeutend schwerer.

Vorneweg möchte ich kurz sagen, dass unser Blog niemals komplett aus Werbung bestehen wird und dass das nichts mit „neuer Businesswoman“ zu tun hat. Aber etwas Werbung wird es trotzdem hin und wieder geben, ausgewählte, von der ich glaube, dass auch Ihr davon profitieren könntet. Werbung, weil wir unser Miethaus behalten wollen.

Aber genug gejammert. Bevor ich selbst gebloggt habe, dachte ich ähnlich. Ich gestehe. Allerdings macht es hin und wieder Sinn, sich mit den Zusammenhängen zu beschäftigen, findet ihr nicht?

Viele Blogs werden regelmäßig mit Content, also Inhalt gefüllt. Mit unserem Blog möchte ich Dinge erreichen, Aufmerksamkeit für sensible Themen schaffen, die zu gern totgeschwiegen werden: Blutkrebs, Tod, Trauerarbeit mit Kindern, Burnout, das Leben danach. Dazu wollten wir schon immer zeigen, dass das Leben schön ist, trotz Kunibert, trotz einiger Steine im Weg. Denn das Leben ist das, was Du daraus machst.

All das macht Arbeit. Ich sitze aktuell nahezu jeden Abend am Rechner und das nicht nur eine halbe Stunde. Wenn es meine Kraft und Zeit zulässt, auch häufig über Tag, wenn die Heldenkinder in der Kita und Schule sind. Das schluckt viel Zeit und geschieht nicht einfach nebenbei. Schreibe ich einen gesponserten Artikel/ Werbung, nehme ich mir nochmal mehr Zeit und lese den, bevor ich ihn abschicke, sogar nochmal durch… Dazu Fotobearbeitung und Auswahl. Das alles dauert länger als 5 Minuten.

Viele Blogs im World Wide Web schreiben anspruchsvolleren Content als ich, sie geben Tipps und erzählen von Dingen, die für ihre Leser wichtig sind. Die Meisten geben sich auch wahnsinnige Mühe mit der Optik der Bilder, die sie benutzen. Ich arbeite noch daran.

Und damit machen Sie Werbung. Werbeagenturen bekommen dies bezahlt, warum also nicht auch Blogger. Es steht jedem Leser frei, dies zu lesen oder nicht. Niemand bekommt einfach irgendetwas geschenkt. Es werden Dinge dafür erwartet, häufig auch nicht wenig.

Außerdem steht es auch jedem frei, es selbst zu versuchen. Ich kenne einige Menschen, die genau aus diesem Grund auch mit dem Bloggen begonnen haben. Viele von diesen Blogs liegen inzwischen brach, werden also nicht mehr geführt. Weil es Arbeit ist. Weil es Zeit kostet.

Ich schreibe diesen Blog wirklich gern. Zum einen hilft er mir, zum anderen merke ich durch so manches Feedback, dass er auch einigen von Euch hilft. Es ist eine Art Hobby geworden. Am Anfang hatte ich nie vor, kommerziell zu bloggen und bis heute hält sich die Werbung hier meiner Meinung nach stark in Grenzen. Und selbst wenn es etappenweise mehr werden sollte, ich zwinge niemanden zu bleiben. Andere Blogger tun dies ebenso wenig.

Werbeanzeigen haben auch nicht immer finanzielle Hintergründe. Erinnert Ihr Euch an die Ebayaktion letztes Jahr im April. Ich durfte viele Sachspenden versteigern, der Erlös ging zur DKMS

Oder an die DKMS Aktion, die wir vor wenigen Woche begleiten durften. Auch da gab es Sachspenden, für die ich als Dankeschön im Nachgang geworben habe. Ich hätte es nicht tun müssen, weil es Spenden waren. Ich wollte es aber.

Der Großteil des Feedbacks hier ist positiv, allerdings kenne ich Blogger, denen es anders geht. Und ich verstehe das nicht. Warum kann nicht einfach jeder das tun was er mag? Und bevor es kritische, zum Teil herabwürdige Kommentare von außen gibt, sollte nachgedacht werden. Versucht es selbst und merkt, dass ein Blog nicht von allein entsteht.

Bevor Ihr also hier oder vor allem auf anderen Blogs ähnliche Kommentare hinterlasst, probiert es doch einfach selbst einmal aus. Denn nur dann ist es möglich, zu urteilen…

9 Gedanken zu „Wie ist das eigentlich wenn Blogger alles „geschenkt“ bekommen

  1. Ich verstehe auch nicht, warum man sich wegen allem rechtfertigen muss. Das ist ein riesen Unding geworden.

    Ich denke auch, dass der Neid bei vielen hier in Deutschland extrem groß geworden ist. Dabei ist doch jeder seines Glückes Schmied, oder? Wenn mir etwas an meinem Leben nicht passt, dann muss ich es halt ändern. Ich möchte auch tolle „Geschenke“ haben, dann muss ich halt auch was dafür tun. Im Leben ist doch nix geschenkt. 🤷🏼‍♀️

  2. Ich finde es absolut legitim, dass du mit deinem Blog auch etwas Geld verdienen willst (und andere Blogs auch). Grade, wenn die Werbung irgendwie zum Blog passt, finde ich es gar nicht schlimm.

    Klar gibt es Blogs, wo das „persönliche“ sehr wenig geworden ist und man das Gefühl hat, da nur noch Werbung um die Ohren gehauen zu bekommen, das hat dann eher QVC Charakter und das finde ich sehr schade. Aber diese Blogs lese ich dann halt nicht (mehr).

    Ansonsten lese ich ja Blogs, mit denen Ich auf einer „Wellenlänge“ bin und die dort vorgestellten Produkte sind ja auch meist einfach interessant für mich. Da lese ich gerne einen Testbericht oder so und wenn du Geld dafür bekommst oder das Produkt – freut mich für dich!!

    Also mach dir nicht zu viele Gedanken, du musst dich da echt nicht rechtfertigen! 🙂

    Liebe Grüße,
    EsistJuli

  3. Ich denke nicht, dass Du Dich rechtfertigen musst. Wem’s nich gefällt, der scrolle weiter. „Neid muss man sich verdienen. Mitleid bekommt man geschenkt.“

  4. Was haben hässliche Uhren oder überteuerte Fahrrädee mit einem Krebsblog zu tun? Das ist sowas von unpassend und nur Geldmacherei.

    1. Ähm… 🤔 Warum liest du hier, wenn es dir nicht gefällt? Schwer nachzuvollziehen! Und sorry, „hässlich“ und „überteuert“ sind eher subjektive Bewertungen!

      1. Ich las hier früher sehr gerne, als es um Simon und die Suche nach einem Spender ging und es noch 0% Werbung gab. Habe selbst drei Bezugsperson an den Krebs verloren und fand es wichtig, Menschen zum Umdenken und für das Thema Stammzellspende zu sensibilisieren. Natürlich kann es keine weiteren Updates zu Simon geben, aber was haben die Blogleser von Uhrwerbung oder Großpakungen Mehl, die einfach nicht authentisch ist. Es ist so deutlich, dass du Dir die Uhr schon vor 2-3 Jahren gekauft hättest; wenn sie denn schon immer so toll war, dass jeder sie haben sollte. Dem einfach war nicht so. Schade, dass der Weg ins Leben 2.0 voll mit unnötiger Werbung sein muss.

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