Unser Campingtrip mit dem Zug

Ihr Lieben, wir sind nun schon seit einiger Zeit wieder zurück. Wir waren eine Woche in NRW. Auf einem Campingplatz am See. Wir schliefen nicht im Zelt, sondern in einem feststehenden Wohnwagen. Da es hin und wieder sintflutartig geregnet hatte, war das auch genau richtig.

Lange Zeit war unklar, ob wir in den Urlaub fahren werden. Weil ich mir zum einen nicht so sicher war, ob ich das alles, inklusive Anreise mit zwei Kindern und Gepäck, ohne Auto hinbekomme, und unser Budget stand erst recht spät fest, da ich zunächst einige andere wichtige Dinge bezahlen wollte. Daher ging ich viel zu spät auf die Suche. An der Ostsee war bereits alles voll bzw. waren nur noch Hotelzimmer frei, die vierstellige Summen gekostet hätten. Aber in ein Hotel wollten wir sowieso nicht.

Dann aber tat sich doch noch etwas auf.

Ein Campingplatz in NRW, an einem See. Eigentlich sind dort nur Dauercamper. Ein Wohnwagen aber, beherbergt auch hin und wieder Gäste. Mehr dazu erzähle ich Euch später.

Dorthin fuhren wir mit dem IC . Gebucht hatte ich die 1. Klasse. Hört sich überdimensional teuer und bescheuert an? War es aber nicht. Der Preis zur zweiten Klasse unterschied sich nur ganz geringfügig, dafür hatten wir deutlich mehr Platz. Was mit gefühlten 30 kg Gepäck gar nicht so doof war. Der Zug war voll und ich hätte sonst tatsächlich nicht gewusst wohin mit den Koffern/Taschen. Falls ihr mal mit der Bahn in den Urlaub wollt; ich hatte eine Höllenpanik, weil wir das auf so einer langen Strecke noch nicht gemacht hatten. Aber, es ging tatsächlich richtig gut, trotz fünf Stunden Fahrzeit und unseren zich Taschen. Das Ein und Aussteigen war das Schwierigste, aber irgendwer half immer. Vergesst nicht Euch einen Sitzplatz zu reservieren. Wie gesagt, die Bahn war ausgebucht.

Als wir in Düsseldorf angekommen waren, wurden wir von lieben Menschen abgeholt, die wir kannten. Vom Bahnhof ging es zunächst einkaufen (Lebensmittel und so) , Eis essen und dann nach einer weiteren Stunde fahrt endlich zum Campingplatz.

Unser Wohnwagen hatte nicht nur ein Vorzelt, sondern schon fast eine Vorhütte. Mit einigen Spielen, zwei Kochplatten und Kaffeemaschine. Der Wagen selbst war groß genug für uns und recht mordern dazu.

Am ersten Abend gingen wir an eine Stelle zum See und picknickten dort. Ein Ballon schickten wir auch in den Himmel um unserem Helden zu zeigen dass wir gut angekommen sind. Meine Gefühlslage war am ersten und zweiten Abend noch etwas schwierig. Es fühlte sich merkwürdig an irgendwie, dieses plötzliche Entschleunigen war schwieriger als gedacht. Auch für die Heldenkinder.

Das Wetter war in den ersten Tagen semi gut, also improvisierten wir etwas und wichen von unseren Planungen ab. Am ersten Tag haben wir uns in der Gegend umgesehen und fanden eine riesige Wiese. Die Kinder rannten umher, rollten sich den Hügel hinunter und bewunderten die Aussicht. Einen Wald fanden wir auch, wir suchten Stöcker um sie für das baldige Marshmallowgrillen zu nutzen.

Mittwoch sind wir mit dem Zug in einen Nachbarort gefahren. Dort gibt es eine riesige Tropfsteinhöhle. 2,3 Km und 40 Minuten später war der Rundgang vorbei. Diese Höhle war sehr eindrucksvoll. Es herrschte eine angenehme Luft und besonders die Einhornbändigerin faszinierte es, dass wir grade in einem echtem Berg stehen. Am Abend grillten wir und die geschnitzten Stöcker kamen auch endlich zum Einsatz. Und ja, da steht ein Einweggrill, Ein echter passte nicht in unseren Koffer, so ein kleiner schon. Wir benutzen den mehrfach, mit erbettelter Grillkohle war das gar kein Problem.

Am Donnerstag wurde das Wetter endlich besser, allerdings war für den Nachmittag ein Unwetter angesagt. Daher machten wir uns, erneut mit der Bahn, schon recht früh auf den Weg in ein Freibad. Der See vor unserer Tür war mir zu unsicher, da der recht schnell, recht tief wurde. Der kleine Batman kann noch nicht schwimmen.

Das Freibad war gekoppelt mit einem Hallenbad, samt riesiger Rutsche mit engen Kurven. Dort rutschte die Einhornbändigerin immer und immer wieder mit einem Reifen hinunter. Der kleine Batman traute sich zunächst nicht, wollte dann aber doch. Wir rutschten zusammen hinunter, das Ding war ordentlich schnell. Noch nie zuvor hat sich Leo etwas dergleichen getraut, weil er eher Dinge mag, die er abschätzen kann und kennt. Aber dieses Mal rutschte er mit mir zusammen. Und das nicht nur einmal.

Freitag ging es in den Vogel- und Affenpark. Ich hatte davon zuvor im Internet gelesen und es hörte sich ganz toll an. Der kleine Batman verliebte sich in die vielen Sittiche der Freiflugvoliere. Diese Tiere durften gefüttert werden und waren dementsprechend zahm.

Später ging es zu den kleinen (Totenkopf)Äffchen. Auch in dieser riesigen Voliere durften die Tiere gefüttert werden. Eine Tierpflegerin stand mit Futter parat und verteilte es an die Gäste. Anbei ein kleiner Hinweis. Solltet ihr das auch vorhaben, lasst Eure Rucksäcke und Taschen vor der Voliere stehen. Die kleinen Affen kennen das Prinzip eines Reißverschlusses und überprüften ob Emma nicht das Beste noch in ihrer Tasche versteckt hatte.

In einem weiterem, riesigen Außengehege gab es Berberaffen. Die erwachsenen Tiere waren im Gegensatz zu den anderen Äffchen fast schon riesig. Diese Tiere sollten nicht gefüttert werden.

Die Einjährigen Jungtiere benutzen die Besucher dennoch zu gern als Kletterbaum. Zum Glück nur die Erwachsenen. Ein Tierpfleger stand immer in der Nähe, als eine Frau und ich als Kletterbaum genutzt wurden. Irgendwann aber wurde es Mama Affe zu bunt. Sie sprang die andere Frau an, Darauf hin gab es eine klitzekleine Unruhe und ein weiter ausgewachsener Affe sprang mich an und kniff mir beherzt in die Schulter. Es blutete etwas, sah aber fieser aus als es war. Desinfektionsmittel vor Ort und eine Tetanusimpfung vor 2 Jahren minimierten jegliches Risiko. und immerhin konnte ich am Folgetag behaupten, dass ich einen Knutschfleck von einem Affen habe 🙂

In dem Park gab es einen schönen Spielplatz, auf dem wir uns einige Zeit aufgehalten hatten.

Am Samstag wollten die Kids erneut ins Schwimmbad zur Riesenrutsche. Am Abend grillten wir erneut bevor das Packen wieder losging. Es regnete 4 Stunden wie aus Eimern. Wir liefen über den Platz und waren danach zu nass, wie nach dem Schwimmbad. Irgendwann kam ein Gewitter hinzu und wir spielten einige Spiele im Wohnwagen. Am Abend war es wieder trocken. Wir haben uns einen Film auf dem Tablet angesehen. Kinoabend mit Seekulisse und frischgepoppten Popcorn vom Grill.

Am Sonntag ging es wieder zurück. Wir packten die letzten Reste ein, machten etwas sauber. Die Kinder verabschiedeten sich von ihren Freunden, die sie auf dem Platz kennengelernt hatten. Auch wenn der Start etwas holperig war, zurück wollten wir eigentlich noch nicht.

An allen Abenden und Nachmittagen spielten die Minihelden mit anderen Kindern auf dem Platz. Teilweise schon im Pyjama bis es dunkel wurde.

Morgens schliefen sie dementsprechend lang, holten die Brötchen beim Eisladen um die Ecke, während ich das Wasser von den Trinkwasserbrunnen holte. Die Menschen der Eisdiele kannten die Heldenkinder schon bald. Zum Eis gab es Smarties. Irgendwann nicht mehr nur obendrauf. Sondern eine Extraportion in einem kleinem Becher dazu.

Schön wars, unser erster, echter Urlaub zu Dritt und auch ohne Auto. Ohne eigenes Fahrzeug sieht man übrigens viel mehr. Hört sich seltsam an, oder? Aber wir konnten nicht einfach irgendwo hinfahren, sondern sahen uns viel mehr um, was es in der unmittelbaren Nähe gibt. Besonders kleinere Dinge, wie den kleinen Wald oder die riesige Blumenwiese hätten wir sonst bestimmt übersehen bzw. nicht wahrgenommen.

So alleine waren wir auch gar nicht. Auch in bewölkten Nächten war am Himmel immer ein ganz heller, leuchtender Stern zu sehen. Wirklich jeden Tag. Auch wenn sich alle Anderen Sterne versteckt hatten, der Eine war immer da und leuchtete uns den Weg zum Wohnwagen. Die Minihelden sagten, dass das bestimmt Papa sei, der dort oben über uns wacht und uns zusieht. Wer weiß das schon…. Den Mond konnten wir auch jede Nacht sehen.

Falls ihr Alleinerziehend seid und alleine mit den Kindern wegfahrt…Fahrt Campen. Ich vermisste am Anfang einen anderen Erwachsenen, aber nirgendwo sonst kommen die Kinder und auch die Erwachsenen so schnell in ein Gespräch wie auf einem Campingplatz. Es muss ja nicht immer ein Zelt sein. Auf vielen Plätzen stehen Wohnwagen und kleine Hütten, die angemietet werden können. Für die Kinder ist das großartig, weil sie einfach Kind sein können. Sii rennen über den Platz, finden schnell Anschluß, spielen bis in die Dunkelheit und Niemanden stört das.

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