Wie war das eigentlich; Euer 2019?

Ich könnte jetzt einen grandiosen Jahresrückblick schreiben. Voll von Dingen, die geschehen sind, einige kann ich selbst noch immer nicht glauben. Ich könnte ein Resümee über die Buchgeschichte erzählen, über viele Termine, über Markus Lanz oder über die Tatsache dass ich mir bisher keine Fernsehsendung von mir angesehen habe. Ich könnte Euch von unserem Mallorca Kurztrip erzählen oder von unserem Campingurlaub zu dem wir mit gefühlten 50 Kg Gepäck mit der Bahn angereist sind. Oder von Adel Tawil und seinen Song für die Heldenkinder und Simon. (Das kann ich in der Tat immer noch nicht fassen)

Dann gab es auch diverse Tiefschläge; Jahrestage, die Niemand braucht. Gedanken, die noch weniger benötigt werden. Arztbesuche, die unschöne Ergebnisse mit sich brachten. Post, die widerlich war.

Aber…

Mein eigentliches Highlight in diesem Jahr war die Einschulung vom kleinem Batman. Und die damit verbundene Tatsache, welche Entwicklung meine Kinder in diesem Jahr durchlebt haben. Wie groß sie geworden sind, wie mutig und wie bunt ihre Gedanken wachsen. Leo ist zu einem wahnsinnig selbstbewussten Kind gewachsen. Er behauptet sich in der Schule, hat Freunde gefunden und lässt seine Haare weiterhin lang, obwohl er anfangs dafür geärgert wurde. Er kann lesen, liebt Zahlen und würde am liebsten alle Zusammenhänge dieser Welt verstehen.

Emma hat einen riesigen Sprung in der Schule gemacht. Trotz einiger Tiefschläge sind ihre Schulleistungen stätig besser geworden. Das große Mädchen ist in der Pubertät angekommen. Neben den daraus folgenden Veränderungen und der dezenten „Zickigkeit“  hat sie eine Empathie entwickelt, die seines Gleichen sucht. Manchmal driftet sie zu sehr in eine Phantasiewelt ab, in der es keinen Ärger, keinen Stress und nur rosa rote Wolken gibt. Trotzdem kommt sie immer wieder hervor, wird mutiger und steht für Menschen ein, die ihr lieb sind.

Mit mir wohnen zwei wundervolle Menschen in diesem Haus. Zwei kleine Menschen, und ich hatte oft Angst dass sie all den Veränderungen in unserem Leben nicht gewachsen wären. Aber ich irrte mich. Zum Glück tat ich das.

Meine Highlights des Jahres sind die vielen Menschen, die ich in den letzten 12 Monaten kennenlernen durfte. Einige waren echte Schätze, andere eher Windeier. Wieder Andere besaßen erst gar keine. (sorry) Und dennoch bin ich dankbar für jeden Einzelnen. Ich bin dankbar, weil mich jede Begegnung ein Stück weiter gebracht hat und mir zeigte, was ich will und was besser nicht.

Mein Highlight ist die Tatsache, dass wir unser Wohnumfeld halten konnten. Die Kinder ihre veränderten Zimmer haben und wir nicht umziehen mussten. Ob das so bleiben wird, wird die Zeit zeigen. Fakt ist aber, dass wir nach wie vor hier wohnen. In unserem zu Hause. Mit den Hunden und dem schrecklichsten Vorgarten der Gegend.

2019 war das Jahr des Vermissens. Es war aber auch das Jahr des Neu Entdeckens. Vor Allem von mir selbst. Ich bin dabei mich neu kennenzulernen, mich neu einzuordnen und zu verstehen, dass ich mich verändert habe. Diese Veränderungen sind gut und dennoch führen sie dazu, dass ich dieses Jahr von einigen Menschen Abschiednehmen musste. Auch wenn das nicht immer leicht fiel, ist es besser gewesen.

2019 war das Jahr der Veränderungen. Für mich. Für die Kinder. Alles organisierte sich neu. Wir sind in der Realität angekommen. Das war am Anfang gar nicht so einfach.

2019 war das Jahr gegen das Vergessen. Kleine Erinnerungslücken entstanden, nicht mehr jede Pore von Simons Haut war für mich vorstellbar. Wir versuchten uns immer wieder die positiven Dinge der letzten Jahre in Erinnerung zu rufen. Dinge, die toll waren, auch wenn uns Krabbe Kunibert begleitete.

2019 war das Jahr gegen den Blutkrebs. Ich habe auf vielen Aktionen mitgewirkt, war in der Kinderonkologie und war auf Grund unseres Buches in der Lage Geld zu spenden.

2019 war das Jahr, dass ich zu den anstrengendsten meines bisherigen Lebens zählte. Trotzdem ist die Zeit manchmal so schnell gerast, dass ich Probleme hatte hinterher zu kommen.

2019 war das erste volle Kalenderjahr auf unserem Weg ins Leben 2.0. Angekommen sind wir noch nicht. Ich weiß nicht wann wir das sein werden. Ich weiß nicht wie sich das anfühlen wird oder wo überhaupt das Ziel  ist. Es ist wie ein Weg zu einem unbekannten Ort. Ohne Navigationsdings. Die Länge der Strecke ist unklar, die Beschaffenheit vom Boden ebenso. Und ob es Hindernisse au dem Weg gibt, die Einem zum umdenken zwingen ebenso. Ich ruhe noch nicht. Ich ruhe nicht in mir.

Für 2020 wünsche ich uns viele tolle Begegnungen, ich wünsche uns Eis mit bunten Streuseln, weniger Kunibert im Kopf dafür mehr freie Gedanken. Ich wünsche mir etwas mehr Leichtigkeit, mehr Empathie um uns herum. Ich wünsche mir weniger Sprachlosigkeit. Ich hoffe auf mehr Türen für mein Schneckenhaus. Vor Allem aber hoffe ich erahnen zu können, was dieses berühmte „Angekommen sein“ ist, von dem alle reden.

In diesem Sinne, Rutscht gut ins neue Jahr ihr Lieben. Bleibt bei Euch. Bleibt ihr selbst. Danke, dass ihr Alle hier seid. Habt es schön.

3 Gedanken zu „Wie war das eigentlich; Euer 2019?

  1. Liebe Ines, ich wünsche dir, der Einhornbändigerin und dem gar nicht mehr so kleinen Batman alles Gute für das neue Jahr und viel Kraft für euer weiteres Leben 2.0, zusätzlich natürlich viel Eis mit bunten Streuseln und Wolkenlücken.
    Liebe Grüße, Susanne

  2. Liebe Ines,
    Ich könnte in letzter Zeit deine Blogs garnicht lesen, es tat alles zu sehr weh. Umso begeisteter bin ich, wie du immer wieder die Worte findest und ihr euch so entwickekt habt.
    Ich drück euch für die nächste Zeit ganz doll die Daumen. Tina

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