Der Tag, an dem das Einhorn die Kloschüssel kaputt gemacht hat

Es war ein Tag in dieser Woche, der bereits mit einem schlecht gelaunten Batman startete. Es war 7 Uhr morgens, das große Kind war bereits seit einer Stunde wach und ich kämpfte mich auch langsam aus dem Bett. Beide Kinder stellen sich aktuell ihre Wecker. Auf 6 Uhr. Damit sie am Morgen, vor der Homeschoolgeschichte mehr Zeit zum „chillen“ haben. Diese Idee brachte die Einhornbändigerin von Papa 1 mit. Dieser brachte diesen Vorschlag, damit sie morgens besser aufsteht. Das tut sie nun auch. Jeden Morgen um 6 Uhr. Jeden verdammten Morgen. Danke an dieser Stelle liebster Papa 1. Der kleine Bruder fand diese Idee zu sinnig, fast schon genial, dass er nun das Gleiche tut. Jeden verdammten Tag.

An diesem Tag aber klingelte der Wecker nicht. Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, weckte ich das Kind gegen 8 Uhr. Wir beginnen gegen 9 mit dem Homeschooling. Tja nun…das Kind war zu tiefst sauer, beleidigt und enttäuscht, dass ich vergessen hatte seinen Wecker anzustellen und er damit nicht um 6 Uhr aufstehen konnte. Also von mir haben die Zwei das nicht! Echt jetzt.

Wir frühstückten und starteten mit der ersten Stunde. Mathe für das große Kind, Deutsch für das Kleine. Am Vorabend, nachdem ich meine Berichte für die Arbeit gegen 24 Uhr endlich fertig hatte, sah ich mir das Mathethema bereits an. Es wurde neu eingeführt und ich wollte sicher gehen, dass ich überhaupt in der Lage war, dieses erklären zu können; kgV, Dezimalbrüche und ähnlich schöne Dinge.

Es lief. schleppend, aber es lief. Die Stimmung war angespannt und eigentlich wollte ich etwas für die Arbeit machen. Klappte nicht, stattdessen rannte ich von Lernplatz zu Lernplatz um den Kindern zu helfen.

„Ein Verb ist ein Tuwort, ein Adjektiv ist ein Wiewort. Was für eine Wortart könnte also kalt sein?“

„Ein Verb, ganz eindeutig“

fast…

„Wenn da 1/4 steht und Du kannst nicht auf Hundertstel erweitern, welche Zahl mit einer Null hinten gibt es noch?“

„Ah ich weiß, 20!“

„Ja, die hat eine eine Null hinten. Aber wir brauchen eine Zahl, durch die Du leichter teilen kannst. Um aus dem Bruch leichter eine Dezimalzahl zu machen. Was gibt es noch?“

„10!“

„Ja…Aber wie erweiterst du 1/4 damit im Nenner eine 10 steht, ich glaube nicht dass das geht“

„hhmpf“

„Versuch 100! Hundeeeeerrrrtttt im Nenner“

„ah 1/4 wird zu 1/100?“

„Du musst en Zähler mit erweitern…“

„Ahhhhhhh mit 25. Also 25/100 das sind dann 0,25 als Dezimalzahl“

Die erste Pause bahnte sich an. Und ich hatte das dringende Bedürfnis schreiend im Kreis zu laufen. Stattdessen schnappte ich mir Apple Jack, die Kälteresistente Mischlingshündin und ging noch einmal raus. „Aber du warst doch vorhin erst Gassi?“ ich stimmte zu und meinte, dass der Hund eine Blasenentzündung hätte und nun öfter raus müsste.

Stunde Zwei; Veränderung der Aggregatzustände für ein Kind, Anton App für das Andere. Und diese Anton App…Der Batman hasst es. Die Lehrerin erwartet dass alle Aufgaben richtig sind. Für die volle Punktzahl zeigt die App dann eine Krone an. Wird ein Fehler innerhalb eines Blocks gemacht, muss dieser Block in der App wiederholt werden. WIR.HATTEN.SPAß.

In der nächsten Pause gab es einen Snackteller für die verhungerten Kinder. Den drölfzigsten Kaffee und ein wichtiges Telefonat für mich. Manchmal sind wir draußen, an anderen Tagen tackte ich die Pausen so, dass während dessen meine Online-Zoom-Meetings laufen. Oder ich gehe eben mit dem Hund raus, weil dieser eben plötzlich eine „Blasenentzündung“ hatte…Alternativ stelle ich fest, dass ich die Wäsche vergessen habe, die ich vor am Vortag in die Maschine getan habe. Ich wasche also erneut.

(Foto von Pixabay)

Stunde drei, Zoommeeting Mathe für das große Kind, Leseheft für das Kleine. Nachdem das Leseheft gut klappte, lief das Meeting des anderen Kindes. Die Zoomgeschichten funktionieren nur von meinem Laptop. Einen anderen haben wir hier nicht. Und das W-Lan funktioniert auch nur richtig im Wohnzimmer. Da der kleine Batman und ich schon fertig waren, schlichen wir ins Wohnzimmer und wurden Zeugen eines Spektakels der besonderen Art. Das Meeting lief, 10 Kinder und der Lehrer. Dieser hatte seinen Bildschirm geteilt, so dass alle Kinder diesen sehen konnten. Neben der Einhornbändigerin saß die Bulldogge, die sich ebenfalls sehr über das Spektakel zu freuen schien. Während der Lehrer einige Aufgaben auf dem Bildschirm schrieb und erklärte, hatte irgendein anderes Kind verstanden, wie es ebenfalls auf den Bildschirm zugreifen konnte. Besagtes Kind ktitzelte also auf den Bildschirm, über die Aufgaben des Lehrers, für Alle sichtbar. Dem Lehrer rutschte eine nicht so vorteilhafte Betitelung dieses Zustandes heraus. Zusätzlich drohte er mehrfach damit diese Onlinesitzung abzubrechen wenn das besagte Kind nicht sofort aufhören würde zu stören. Er meinte auch, dass das sowieso alles sinnlos wäre. Er drohte, dennoch blieb es ohne Konsequenzen. Irgendwann ahnte der Lehrer wer es denn gewesen sein könnte und äußerte dies laut. Daraufhin war plötzlich die Mutter des beschuldigten Kindes auf dem Bildschirm zu sehen, welche wild mit der Lehrkraft diskutierte. Zeitgleich lief ein Klassenchat, der ebenfalls während einer Zoomsitzung möglich war. Ich saß übrigens nur 10 Minuten in Sicht- und Hörweite…

Pause. Wir gingen alle eine Runde raus, weil beide Kinder es wirklich nötig hatten ihr Hirn zu lüften.

4.Stunde.

Englischreferatvorbereitung fürs eine Kind, Mathe für das Andere. Das lief soweit gut. Die Einhornbändigerin sollte am nächsten Tage ihr Englischreferat online halten. Über Zoom versteht sich. Dafür müsste sie ihren Bildschirm teilen, damit die anderen Kinder samt Lehrerin ihre Powerpointpräsi dazu auch sehen können. Aber wie teilt man den Bildschirm. Wir verabredeten uns am Abend mit Papa 1 zu einer Zoomsitzung. Damit wir genau das mal ausprobieren konnten und das große Mädchen ihren Vortrag auch online einmal zur Probe halten konnte.

Danach war Schluss, Beide Kinder sollten aber noch in einem Buch ihrer Wahl lesen. Dem kleinem Batman muss ich jeden Tag Lesezettel ausfüllen und das große Mädchen erzählt einmal in der Woche ihrer Lehrerin was alles in dem Buch bisher passiert ist; zur Vorbereitung auf eine Buchpräsentation. Der Batman liest 10-20 Minuten, die Einhornbändigerin 15 Seiten täglich plus dem Stichpunkte aufschreiben was bisher geschehen war. Wenn der kleine Bruder keine Lust aufs Lesen hat, dann backen wir. Allerdings liest er mir dann das Rezept vor. Oder er liest mir vor und ich versuche dabei nicht einzuschlafen, weil ich möglicherweise ein klitze kleines bisschen müde bin/war.

Nachmittags spielten wir ein paar Gesellschaftsspiele und ich dachte tatsächlich an die, inzwischen zwei Mal gewaschene Wäsche im Trockner. Dann hörte ich ein Krachen aus dem Klo. Dezent panisch lief ich dort hin. Der Klodeckel war abgebrochen. Keiner war mehr zu sehen und selbstverständlich konnte mir auch Niemand erklären, wie das passieren konnte.

Foto von Pixabay

Als ich die Kinder fragte, sahen sie sich nur an und sagten, dass das bestimmt ein Einhorn war. Dass diese Einhörner ja so groß seien. Wenn die sich zurücklehnen, könnte es da leicht passieren, dass der Deckel bricht. Oder sie haben mit dem Huf eigentlich den Spülknopf drücken wollen, den aber versehentlich verfehlt und dann drückte das Huf gegen den Deckel. Falls bei Euch also mal das Klo kaputt gehen sollte, jetzt wisst ihr warum…

Ich setzte mich an den Computer um einen neuen online zu suchen. Und nach einem Tutorial, wie man diese Deckel überhaupt wechselt.

Nebenbei kochte Linsensuppe auf dem Herd. Die Hund standen in der Küche. Aus dem Maul der Bulldogge tropfte es, als wenn er darauf hoffte, dass die Suppe wie aus Zauberhand in seine Richtung läuft. Zu Weihnachten bekam ich von meinen Eltern einen Saugroboter. Dieses Teil saugte grade und fuhr immer wieder gegen die Bulldogge. Der Hund aber ließ sich nicht beirren und versuchte die Suppe davon zu überzeugen, zu ihm zu kommen.

Kurz vor dem Abendessen ging ich erneut mit den Hunden raus. Blasenentzündung, ihr wisst schon.

Danach zoomten wir mit Papa eins; Bildschirmteilen klappte. Referat auch. Ich scannte nun noch fix alle erledigten Aufgaben der Kinder ein um die Ergebnisse an die Lehrer zu schicken.

Es war Zeit zum Abendessen. Ich zog den Topf mit den Linsen von der heißen Platte. Zu weit. Es viel zu Boden. Ich stand 30 Sekunden dort und starrte den Boden an. Die Bulldogge kam fassungslos vor Freude angelaufen, weil sie vermutlich dachte, dass das Essen nun doch noch auf ihn gehört hatte. Ich verscheuchte den Hund. Wischte alles auf. Die Blasenentzündung des anderen Hundes meldete sich wieder. Ihr versteht.

Ich bat die Kinder bereits duschen zu gehen. Ich ging los. Mit dem Hund und dessen Blasenentzündung. Ich kam zurück mit zwei ultragesunden Dönern für die Kinder. „Ohhh, großartig! können wir das jetzt öfter machen?“

Ich befürchte….ja.

5 Gedanken zu „Der Tag, an dem das Einhorn die Kloschüssel kaputt gemacht hat

  1. Die Idee mit der Blasenentzündung ist gut und die Blasenentzündung wird wahrscheinlich leider auch noch etwas anhalten……
    Ansonsten: Kopf hoch und Döner können das Leben tatsächlich sehr erleichtern. Ansonsten verfahre ich in solchen Situationen nach dem Motto: Mit Anmut, Leichtigkeit und Eleganz…..Du schaffst das!
    Wer Verständnis für das Einhorn und seine Hufe hat ist nicht so leicht zu erschüttern. Bei uns war es immer Fitzebitz – nicht so elegant wie ein Einhorn, erspart aber heftige Diskussionen zum Thema Schuld.
    Alles Gute und Durchhalten!

  2. Wow, ich ziehe den Hut. Das Leben hält schon enorme Aufgaben bereit. Wenn ich mir gerade vorstelle, dass das im Moment ein Dauerzustand mit dem Lernen und dem Rest ist – auch wieder ganz schön heavy.
    Das Bild vom Klo finde ich genial. 😀
    Die besten Wünsche für euch weiterhin…

  3. Ich hab auch schon einen Klodeckel gewechselt und ich kann echt NIX handwerkliches 😂 du schaffst das!!

    Ich finde, du machst das großartig! Sei ruhig richtig doll stolz auf dich selbst 🙂

    Liebe Grüße,
    EsistJuli

  4. Ich liebe Deine Erfahrungsberichte 👍👍👍👍
    Schreib ein weiteres Buch und ich bin der erste Käufer 👍👍👍
    LG aus Hessen
    Susanne

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