Eine(r) von Vielen

person walking on paved walkway under dark clouds

Du bist Eine(r) von Vielen. Du weißt es nur noch nicht.

Draußen ist es dunkel. Es ist kalt. Du findest nicht, dass die Blätter bunt werden. Sie werden welk, vertrocknen und verlieren ihren halt. Du verkriechst Dich unter Deiner Decke. Dein Kopf dröhnt. An Dein Fenster klopfen Regentropfen. Es ist dunkel. Noch dunkler wird es wenn Du an Morgen denkst. Kein Tag vergeht an dem Du nicht an Morgen denkst. Oder den Tag danach.

Du willst Nähe von anderen Menschen und zeitgleich lehnst Du sie ab. Du willst gesehen werden und gleichzeitig tust Du alles dafür unsichtbar zu bleiben. Du willst reden aber schweigen gelingt Dir einfach besser.

Es ist Morgens. Du verlässt das Haus um zur Schule/Job/what Ever zu gehen. Du hörst die Stimmen hinter Deinem Rücken. Wie sie über Dich reden und sofort verstummen wenn Du Dich umdrehst. In der Pause bist Du froh wenn Du alleine irgendwo stehen kannst. Du versinkst tief in Deinem Kapuzenpullover.

Nach der Pause findest Du Deine Tasche nicht mehr. Du guckst Dich um. Du siehst wie sie lachen. Wie sie tuscheln und nebenbei ihre Healthy Snacks in sich hinein stopfen. Deine Tasche findest Du irgendwann wieder. Auf einem anderem Platz. Dafür musst Du jetzt erklären warum wichtige Unterlagen für Dein Projekt nicht auf dem Schreibtisch vom Chef gelandet sind. Eigentlich hätte das ein Kollege für Dich tun sollen. Jetzt weiß Niemand irgendwas und Du sitzt im Büro vom Chef.

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen.

Du liegst wieder unter deiner dicken Decke. Repeat.

sign i cant breath on blackboard
Photo by Brett Sayles on Pexels.com

Du bist Eine(r) von Vielen, Du weißt es nur noch nicht

Du bist nicht das Problem. Sie sind es. Weil ihr eigenes Leben so unfassbar langweilig ist, haben sie sich Dich ausgesucht. Um mit Dir zu spielen. Um Dich nieder zu machen. Dann fühlen sie sich selbst ein bisschen stärker. Und Besser. Obwohl ihr eigenes Leben alles andere als stark ist. Denn sonst müssten sie ihr Ego nicht an Dir aufbauen.

Das Problem bist nicht Du. Das Problem ist ein System, dass Mobbing am Arbeitsplatz und in der Schule nach wie vor gesellschaftsfähig sein lässt. Es ist ein System der Überforderung, geprägt von Unwissenheit.

Du bist nicht das Problem. Das Problem sind die, die sehen was mit Dir gemacht wird und trotzdem nicht helfen.

Du bist nicht das Problem. Das Problem sind Menschen, die nicht wissen anders mit ihren eigenen Schwierigkeiten umzugehen.

Du bist nicht das Problem. Das Problem sind Menschen, die nicht mutig genug sind allein mit Dir über Schwierigkeiten zu sprechen. Auge in Auge. Stattdessen trollen sie sich zusammen, suchen Verbündete und reden hinter Deinem Rücken über Dich.

Du bist toll genauso wie Du bist. Du wünschst Dir Nähe zu Menschen. Du hast Nähe verdient.

Lass Dir helfen. Lass Dich beraten. Aber lass Dir nicht weiterhin alles gefallen.

Denn Du bist soviel mehr als das, was sie aus Dir machen.

Du bist Eine(r) von Vielen. Du wirst es bald herausfinden. Verbünde Dich.

Achte gut auf Dich. Mobbing und Ausgrenzung ist scheiße. Du bist nicht das Problem. Die Handlungsstrategien der Anderen sind es.

(Dieser Text betrifft mich persönlich aktuell nicht. Tat er aber mal, bzw. betraf es nahe Freunde und Angehörige von mir. Er ist schon etwas älter und gilt allen Menschen, die sich grade angesprochen fühlen. Auch wenn es sich so anfühlt, ihr seid nicht allein.Redet. Unbedingt reden. Mit irgendwem.)

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