16 Monate

Hallo lieber Mensch da unten,
ich seh dich weinen, manche Stunden,
seh die Trauer, all die Tränen,
drum möcht ich hier und jetzt erwähnen,

mein Erdenkleid, ich zog es aus,
weil ich’s nicht brauche, hier, Zuhaus,
doch trotzdem bin ich dir ganz nah,
in deinem Herzen immer da.

Ich zähle wahrlich jeden Schlag,
glaube mir, wenn ich dir sag,
nur jener, den man nicht vermisst,
in Wahrheit auch gestorben ist.

Und weil ich dir im Leben fehle,
bin ich Teil von deiner Seele,
bin ich Teil von deinem Sein,
niemals lass ich dich allein.

Versteh, ich bin doch nur Zuhaus,
ich ging nicht fort, nein nur voraus,
ich ging dorthin, wo’s einst begann,
wo wir uns treffen… irgendwann.

Nun leb, weil’s doch nichts Schön’res gibt,
ich hab das Leben auch geliebt,
lächle wieder… Schritt für Schritt,
lächle einfach für mich mit.

Nichts und niemand kann uns trennen,
auch das nicht, was wir Sterben nennen,
der Tod kann Liebe nicht vertreiben,
weil du mich liebst, drum darf ich bleiben.

Fährt nun der Wind dir sanft durch’s Haar,
glaub daran, dass ich es war,
ich sitze auf der Himmelsleiter
und lieb dich von hier oben weiter ❤️.
D. Kirsche

6 Gedanken zu „16 Monate

  1. Dieses Gedicht treibt mir die Tränen der Trauer in die Augen. Es trifft meinen Schmerz um den Verlust, den ich erlitten und macht gleichzeitig Mut, bringt mir Zuversicht auf meine eigene Krebserkrankung. Danke für diese schöne und beruhigende Sichtweise!

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